Nachdem 1966 die Narrenzunft Kißlegg gegründet worden war, suchten fasnachtsbegeisterte Zunfträte in den Archiven nach geschichtlichen Vorbildern für Narrenfiguren. Im. Schloß Zeil fanden sie, um 1600 sei in der Herrschaft Kißlegg "Hudelmannsgesinde" aufgetreten und in der närrischen Zeit durch allerlei Späße und Streiche aufgefallen. Da Hudeln Lumpen sind, ist mit dieser Bezeichnung wohl Lumpengesindel gemeint.

Hudelschiff

 

Noch im Gründungsjahr haben Elisabeth Ersepke und Jürgen Hohl - sie haben übrigens alle Kißlegger Narrenfiguren entworfen - mit dem Hudelmale eine ansehnliche Lumpengestalt geschaffen: Weinrote Hose mit olivgrünen Streifen an den Beinenden, olivgrüner Kittel mit weinroten Streifen an den Ärmeln. Auf der großen Larvenhaube sitzt eine Perücke und ein olivgrünes Hütchen. Auf einen schwarzen Leibriemen sind sieben verschieden große Schellen genietet. Die Holzlarve, wie die der anderen Figuren von dem Bad Wurzacher Schnitzer Klaus Demeter geschaffen, hat einen heiter dümmlichen Ausdruck. In der Hand schwingt das Hudelmale einen Haselstecken, von dessen Spitze drei Fuchsschwänze herabbaumeln. Unter den fast fünfhundert Hästrägern in Kißlegg überwiegt. diese Gestalt; das Hudelmale wird auch gerne von Kindern und Jugendlichen getragen, die wie die Großen gekleidet sind, aber ihr Gesicht noch nicht verlarven.