Schnarragagges

Diese Einzelfigur ist die eigentümlichste Gestalt der Kißlegger Fasnet. Der Name "Schnarragagges" stammt aus dem urschwäbischen Schnarren und Gaggern (= viel reden ohne Gehalt), was schon damals soviel bedeutet hat, wie viel und unablässig zu reden, Gerüchte zu kochen etc. Das Vorbild der Maske des Schnarragagges ist eine blecherne Schandmaske aus dem 16. Jahrhundert.

Das Original dieser Maske ist noch auf der Waldburg zu bewundern. Der Schnarragagges trägt neben der Maske noch ein Büßergewand und eine Laterne in der Hand.


Mit dem Schnarragagges wurde damals kleinere Verstöße gegen die öffentliche Ordnung geahndet. Der zu Bestrafende bekam das Gewand und die Maske des Schnarragagges angezogen und wurde am Pranger der Öffentlichkeit vorgeführt. Man kann sich vorstellen wie dem Bestraften damals der "Grind" (= Kopf) weh getan haben musste, wenn die Leute vorbeikamen und ihm auf die überlange Nase gehauen hatten. Es wurde überliefert, dass einst ein Kißlegger Koch einem Burgfräulein zu nahe kam und deswegen von der Herrschaft mit der Schandmaske bestraft wurde.

Die Waibel, also die Wächter der damaligen Zeit, begleiten den Schnarragagges durch den Umzug. Dieses Häs ist erst seit dem Jahr 2001 nach vielen Jahren Pause wieder mit dabei.